DFG-VK Bildungswerk NRW


 
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Doku Fachtagung "Wozu sind Kriege da?", 16. November 2011, Köln


 



 
DFG-VK Bildungswerk NRW e.V.
F  r   i  e  d   e   n :
bewegen
vernetzen
initiieren
bilden
selbst gestalten
verändern

 

Das DFG-VK Bildungswerk NRW ist die Bildungseinrichtung der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) in NRW. Gegründet Mitte der 80er Jahre ist ein Ort des Nachdenkens über Gewalt, Herrschaft, Patriarchat und Krieg, ein Ort des Infragestellens des Üblichen und der Diskussion des Neuen, ein Ort der politischen Bildung, der persönlichen Weiterentwicklung und der gesellschaftlichen Veränderung entstanden.
Aktion bildet, Bildungsarbeit kann aktivieren. Mit unserer Friedens- und Bildungsarbeit wollen wir Initiativen unterstützen und eigene ergreifen: aktuelle Veranstaltungen, konkrete Aktionen, längerfristige Projekte, handlungsorientierte Veröffentlichungen.
Unsere Themen orientieren sich an unserer pazifistischen Grundhaltung: die Ablehnung von Krieg und Rüstung, der Einsatz für Abrüstung und zivile Formen der Bearbeitung von zwischen-und innenstaatlichen Konflikten. 



 
 




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Aktuelles

Fachtagung "Wozu sind Kriege da? Die Begründungen des Afghanistankriegs" am 19. November 2011 in Köln, Bürgerhaus Kalk

Vor zehn Jahren, im Oktober 2001 begann der Krieg der USA und ihrer Verbündeten gegen Afghanistan. Begründung für diesen Angriff waren die Terroranschläge in den USA vom 11. September des Jahres. Die Köpfe des Anschlages wurden in Afghanistan vermutet. Der „Krieg gegen den Terror“ begann. Auch Deutschland unterstützte diesen Krieg und beteiligte sich dann vor allem am ISAF-Einsatz, der inzwischen auch Teil der Aufstandsbekämpfung am Hindukusch ist.
Der Krieg in Afghanistan stellt für die deutsche Außenpolitik eine Wende dar. Zum ersten Mal nach dem II. Weltkrieges beteiligt sich die Bundeswehr direkt
an Kampfhandlungen am Boden, führt Krieg im klassischen Sinn. Während dies zu Beginn von Regierungsseite verharmlost und verschleiert wurde, ist es nun auch die offizielle Sprachregelung, dass es sich um einen Kriegseinsatz handelt. Damit kommt ein Prozess zu einem vorläufigen Abschluss, der nach dem Ende des Kalten Krieges begann.
Es war ein langsamer Wandel vom Einsatz von Sanitätern in Kambodscha 1993 über den Einsatz von Nachschubeinheiten in Somalia im gleichen Jahr und die Einsätze auf dem Balkan ab 1995 bis zu der Beteiligung der deutschen Luftwaffe am Kosovokrieg 1999. Als Legitimation für diese „Auslandseinsätze“ der Armee wurden humanitäre Gründe angeführt, mit Ausnahme des Kosovokrieges erfolgten die Einsätze im Rahmen von UNO-Mandaten. Nach dem gleichen Muster wurde auch der
Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan zunächst als Einsatz zum Wiederaufbau des Landes und zum Schutz der Menschenrechte bezeichnet. Doch inzwischen hat sich hier ein Wandel vollzogen. Der damalige Verteidigungsminister Guttenberg sprach im April 2010 erstmals öffentlich von Krieg. Im Mai 2010 führte der ehemalige Bundespräsident Köhler in einem Interview wirtschaftliche Gründe für Bundeswehr- Einsätze in die öffentliche Diskussion ein. Der aktuelle Verteidigungsminister de Maizière bezeichnete im Mai dieses Jahres den Einsatz der Bundeswehr ausdrücklich als Mittel der Außenpolitik, welches im nationalen Interesse eingesetzt werde.
Liegt diesem erkennbaren Wechsel der Begründungen von „Kampf gegen den Terror“ über „Menschenrechte für die afghanische Bevölkerung“ bis zur Bekundung
staatlicher Eigeninteressen ein tatsächlicher Interessenwandel zugrunde? Oder handelt es sich lediglich um einen Wandel in der „Verkaufsstrategie“ gegenüber
der deutschen Öffentlichkeit? Lässt sich daraus eine Entwicklung zum offensiveren Umgang mit der zukünftigen militärischen Verfolgung staatlicher Interessen
wie Rohstoffsicherung oder der Sicherung strategischer Positionen ablesen? Könnte die Regierung dabei auf Akzeptanz in der Bevölkerung rechnen und was wären
dann Ansatzpunkte der Kritik und der Gegenwehr durch die Friedensbewegung? Diesen Fragen wollen wir in unserer friedenspolitischen Tagung nachgehen. Dazu
haben wir eingeladen Dr. Jochen Hippler vom Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) in Duisburg und Martin Hantke (angefragt) von der Informationsstelle
Militarisierung (IMI) in Tübingen.

Hier ein Videomitschnitt des Referats von Martin Handtke
Hier ein Bericht von der Tagung als PDF




Fachtagung "
Bundeswehr und Schule", am 13. November 2010 in Köln, Bürgerhaus Kalk

Dass die Bundeswehr sich von einer Verteidigungsarmee wandelt in eine „Armee im Einsatz“, ist Realität und Normalität geworden. Einsatz heißt natürlich nichts anders als internationale militärische Intervention aus politischen und ökonomischen Interessen, vulgo Krieg. Dass die Bundeswehr sich darum von einer Wehrpflicht in eine reine Berufsarmee verwandelt, ist auch kaum mehr umstritten. Aus der Sicht der Friedensbewegung ist dieser Wandel natürlich abzulehnen. Doch auch aus der Sicht der Armee selbst hat er einen wichtigen negativen Aspekt: Er führt zu größeren Problemen bei der Rekrutierung.
Die Wehrpflicht ist bzw. war einer der wichtigsten Gründe für die Verpflichtung von Zeitsoldaten, die dann zwar länger dienen mussten, doch dabei deutlich besser verdienen konnten. Dieser „Anreiz“ muss künftig durch andere ersetzt werden.
Um diese Ziele umzusetzen, richtet sich die Bundeswehr vorrangig an zwei Zielgruppen: Arbeitslose und Schüler. Darum arbeitet die Bundeswehr eng mit Arbeitsagenturen zusammen, wo sie mehr oder weniger Druck ausübt, dass ein Job als Soldat noch immer besser ist als gar keiner.
Darum will die Bundeswehr auch enger mit Schulen zusammenarbeiten. Denn wie erreicht man künftige mögliche Soldaten, also alle jungen Männer und Frauen unter 18 Jahren, besser als als Schüler?
Und wen kann man besser beindrucken und beeinflussen als Schüler? Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel sind Rahmenvereinbarungen zwischen Landesregierungen und Bundeswehr. Nordrhein-Westfalen war das erste, doch nicht das letzte Bundesland, in dem Schulministerium und Wehrbereichskommando eine solche Vereinbarung über die bessere zukünftige Zusammenarbeit beschlossen haben. Dieses umfasst den Zugang der Bundeswehr zur LehrerInnen-Aus- und Weiterbildung und zum Schul-Unterricht sowie den Zugang der SchülerInnen zu Bundeswehr-Standorten. Militärs bestimmen als Referenten, Diskutanten oder gar Moderatoren die (sicherheits-)politische Bildung mit und beeinflussen damit implizit, wenn nicht explizit die Berufsorientierung von Jugendlichen.
Weitere Kooperationsvereinbarungen mit den Bildungsministerien im Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern folgten. Nur in Bremen ist ein Abkommen abgelehnt worden. In Mecklenburg-Vorpommern ist es so strittig, dass seine Unterzeichnung verschoben worden ist. Zwei wichtige Elemente dieser Kooperationen sind die von Jugendoffizieren geleiteten mehrtägigen Rollenspiele „Politik und Internationale Sicherheit“ sowie die vom Verteidigungsministerium mitbearbeiteten kostenlosen Unterrichtsmaterialien „Frieden und Sicherheit“.
Es ist nicht strittig in der Friedensbewegung, dass dem Widerstand entgegengesetzt werden muss. Strittig ist aber, ob dies eher durch den Kampf für die Rücknahme der gegenwärtigen Bundeswehr-Kooperationsvereinbarungen oder für die Aufnahme einer zukünftigen Friedensbewegungs-Kooperationsvereinbarung geschehen soll. Dies wird Thema der Fachtagung sein. Dafür haben wir die Referenten Stephan Möhrle, der bis vor kurzem Schüler in Freiburg war, und Guido Schönian, der seit kurzem Lehrer in Köln ist, eingeladen.

Hier der Flyer zur Tagung






Fachtagung "Krieg und Verweigerung", am 22. November 2009 in Köln, Bürgerhaus Kalk
Über 50 Jahre Kriegsdienstverweigerung – doch noch nie stand die Bundeswehr so fest in Kriegseinsätzen wie heute. Es ist sogar möglich, dass die Bundesregierung die Zahl der deutschen Soldaten und Soldatinnen in Afghanistan auf 8.000 verdoppelt. Was bedeutet das für die Kriegsdienstverweigerung? Welchen Stellenwert bekommt die Befehlsverweigerung? Eine stabile Mehrheit der Deutschen ist zwar für eine Beendigung des Afghanistan-Einsatzes, eine Bereitschaft zu aktivem Handeln gegen diesen Krieg ist aber nicht auffällig. Auch viele Kriegsdienstverweigerer (jedes Jahr kommen um die 150.000 hinzu) fühlen sich bisher nicht zu gesellschaftlichem Engagement aufgerufen. Sie scheinen mehrheitlich keinen Zusammenhang zwischen ihrer persönlichen Entscheidung und Afghanistan zu sehen, obwohl der Krieg dort auch in ihrem Namen, mit ihrer Unterstützung (z. B. mit ihren Steuergeldern) stattfindet.
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Erst ganz allmählich macht sich die zerstörende Bilanz des Afghanistan-Einsatzes bei denen bemerkbar, die diese verfehlte Politik umsetzen sollen: bei den Wehrpflichtigen und Soldaten. In der Beratung von ungedienten und dienenden Wehrpflichtigen, die den Kriegsdienst verweigern wollen, schwingt immer stärker die Sorge vor einem Einsatz im Ausland mit, auch wenn dies bisher für Wehrpflichtige nur auf freiwilliger Basis möglich ist.
Auch bei einigen aktiven Soldaten, die in eine „Verteidigungsarmee“ eingetreten sind und sich jetzt in einer „Einsatzarmee“ wiederfinden, äußert sich dieser Wandel. So hat unter anderem Hauptfeldwebel Christiane Ernst-Zettel in Afghanistan den Befehl verweigert, ihre Rot-Kreuz-Binde als Sanitätsunteroffizier abzulegen und bewaffnet Soldatenaufgaben zu übernehmen. Gerade im militärmedizinischen Bereich wächst der Zweifel an der Vereinbarkeit des medizinischen Ethos mit der realen Kriegsführung. Einen Schritt weiter gehen US-amerikanische Soldaten, die in Deutschland stationiert sind und von hier zu den Kriegsschauplätzen verlegt werden. Eine nicht unerhebliche Zahl verweigert den weiteren Dienst, desertiert sogar. Einer von ihnen,André Shepherd, hat nun als Deserteur um politisches Asyl in der Bundesrepublik ersucht und stellt die deutsche Justiz und Regierung vor die brisante Aufgabe, sich zu dem Krieg im Irak rechtlich und politisch eindeutig zu verhalten.

Die persönlichen Entscheidungen eines André Sheperds, eines Chris Capps, einer Christiane Ernst-Zettel, eines Florian Pfaffs und anderer haben Aufsehen erregt. Sie stellen jeden/jede Einzelne/n vor die Frage: Wie halte ich es mit dem Ja oder Nein zum Krieg? Wie stehe ich als Bürger/in dieser Bundesrepublik Deutschland dazu, dass in meinem Namen Zivilisten, Frauen und Kinder getötet werden? Und: Welche Konsequenzen ergeben sich für den Umgang mit dem Thema Kriegsdienst- und Befehlsverweigerung? Die Auslandseinsätze stellen jeden Kriegsdienstverweigerer vor die Frage, ob es mit seinem Nein zum Dienst bei der Bundeswehr getan ist. Lässt sich über die notwendige Solidaritätsarbeit mit den Verweigerern mehr bewirken, besonders in rechtlicher Hinsicht (Asylrecht, Völkerrecht...)? Wie weit kann ihr Handeln als beispielgebend herausgearbeitet werden? Wird die Kriegsdienstverweigerung wieder politischer und
verbindet sich mit der gesellschaftlichen Diskussion um die ethische und politische Legitimität z. B. des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr? Ist es legitim,
aktive Soldaten und Soldatinnen aufzurufen, den Einsatz in Afghanistan zu verweigern? Und: Welche Rolle spielt die Gegenwehr, wenn die Bundeswehr in Arbeitsämtern um Berufssoldaten wirbt?

Darauf suchten wir in unserer Fachtagung „Krieg und Verweigerung“ Antworten. Wir hatten dazu eingeladen:
- den US-amerikanischen Deserteur Chris Capps, der über seine Erfahrungen im Irak-Krieg und über seine Arbeit bei den „Irakkrieg-Veteranen gegen den Krieg“ berichten wird;
- den Bundeswehr-Soldaten Christian Neumann, der im Kosovo und in Afghanistan war; er ist heute Mitglied des „Darmstädter Signals“ und engagiert sich gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr;
- Rechtsanwalt Michael Hofferbert, der seit vielen Jahren Kriegsdienstverweigerer, darunter auch viele Berufssoldaten, vertritt. (Leider war Herr Hofferbert kurzfristig verhindert, sodaß der DFG-VK Landessprecher Kai-Uwe Dosch das Podium ergänzte)

Hier der Bericht über die Tagung.....






williAuf einen klugen Kopf passt kein Stahlhelm - Festschrift zum 75. Geburtstag von Willi Hoffmeister
Geboren im Jahr der faschistischen Machtergreifung, vor der die tausendmal wiederholte zentrale Aussage „Wer Hitler wählt, wählt den Krieg“ gewarnt hatte, war sein Leben geprägt von der Menschheitsfrage „Krieg oder Frieden“, die nach dem 6. und 9. August 1945 auch zur Auseinandersetzung um „Überleben oder Vernichtung“ wurde. In Willi Hoffmeisters Leben hat sich das Ringen um den Frieden im umfassenden Sinne widergespiegelt: Frieden beinhaltete für ihn auch immer Gerechtigkeit, für die Menschen im eigenen Land und weltweit. Er war im positivsten Sinne geprägt von der internationalen Solidarität der Arbeiterbewegung, die immer auch das Ringen um Frieden und Abrüstung einschloss.
Die gespaltene Arbeiterbewegung und die Schwäche/ Zersplittertheit der demokratischen und antifaschistischen Kräfte vor 1933 haben aber noch einen zentralen Gedanken von Willi Hoffmeisters Engagement geprägt: Die Notwendigkeit einer umfassenden und „breiten“ Bündnispolitik.
Es war seine tiefe Überzeugung, dass der Frieden über alle politischen und ideologischen Grenzen hinweg, nur gemeinsam erreicht und gesichert werden kann. Zu stark waren und sind die Kräfte des Rüstens und des Krieges. Diese Überzeugung spiegelt sich vor allem in Willi Hoffmeisters langjährigen Engagement für den Ostermarsch Rhein/Ruhr wieder, in dem er immer wieder bemüht war, unterschiedliche Gruppierungen an einen Tisch zu bekommen und zu gemeinsamen Aktivitäten zu bewegen.
So ist diese Festschrift eine Zusammenstellung von Aussagen zu aktuellen friedenspolitischen Themen aus ganz unterschiedlichen politischen Blickwinkeln. Freunde und Weggefährten haben ihre Beiträge geleistet. Diese Bandbreite und die Tatsache, dass sich darin auch das vielfältige Engagement einer einzelnen Person widerspiegelt, machen dieses Buch besonders lesenswert.

erschienen beim DFG-VK Bildungswerk NRW

Beiträge von:
  Leo Kowald, Reiner Braun, Heinz Stehr, Andreas Buro, Bärbel Schindler-Saefkow,
Felix Oekentorp, Bernd Hahnfeld, Clemens Ronnefeldt, Marco Bülow,
Joachim Schramm, Lühr Henken, Ulla Jelpke, Horst Schmitthenner, Paul Schäfer
 
Beiträge gesammelt und zusammengestellt von

Hannelore Tölke und Felix Oekentorp

117 Seiten, A5 Format, Paperback

7,50 Euro

zu beziehen über unsere Geschäftsstelle (siehe Kontakt)






Fachtagung "Afghanistan und Zivile Konfliktbearbeitung", am 16. November 2008 in Köln, Bürgerhaus Kalk   

Ein getöteter deutscher Soldat, drei durch deutsche Soldaten getötete Frauen und Kinder: Im August dieses Jahres wurde der Öffentlichkeit die Sinnlosigkeit und Ausweglosigkeit des militärischen Engagements Deutschlands in Afghanistan drastisch vor Augen geführt. Der Krieg im Land am Hindukusch weitet sich immer mehr aus. Auch die deutsche Regierung gibt zu, dass die Sicherheitslage am Hindukusch sich weiter verschlechtert habe. Die Friedensbewegung fordert – nicht erst seit diesen Ereignissen – eine rein Zivile Konfliktbearbeitung für Afghanistan.

Die Bundesregierung und andere Befürworter des kriegerischen Vorgehens in Afghanistan argumentieren, dass Wiederaufbau und Hilfe für die Bevölkerung nur unter militärischem Schutz möglich sei. Doch spätestens seitdem auch die Bundeswehr immer häufiger Ziel von Anschlägen wird, weisen entwicklungspolitische Gruppen darauf hin, dass sie mit den Militärs und deren Kriegshandlungen gleichgesetzt werden und so gerade steigenden Gefahren ausgesetzt seien. Für sie steht der humanitäre Aspekt, die neutrale Hilfe für die Menschen vor Ort im Vordergrund.  In diesen Organisationen und in der Friedensbewegung sehen viele Menschen diese prinzipiell positiven Projekte durch die Ausweitung des Krieges gefährdet. Doch können viele sich die Fortführung der Projekte nach einem Abzug der westlichen Truppen auch nicht vorstellen, da sie einen dann folgenden Bürgerkrieg mit ebenfalls schlimmen Folgen für das Land befürchten. Kann hier die Zivile Konfliktbearbeitung Alternativen aufzeigen und den Weg aus der Sackgasse zeigen? Friedensorganisationen fordern nicht nur für den Afghanistan-Konflikt „Vorrang für Zivil“ und haben eine gleichnamige Kampagne gestartet. Mit unserer Tagung wollen wir über die Situation der Entwicklungshilfe und zivilen Friedensförderung in Afghanistan informieren, die Probleme durch den Kriegseinsatz der Bundeswehr aufzeigen und über alternative Möglichkeiten einer Friedenslösung für
Afghanistan sprechen. 

Herbert Sahlmann, ehemaliger Entwicklungsbeauftragter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für Nord-Afghanistan, informiert über die Situation in Afghanistan. Prof. Dr. Andreas Buro, eine der prominenten Persönlichkeiten der Friedensbewegung und diesjähriger Preisträger des Aachener Friedenspreises, wird Ansätze und Möglichkeiten der Zivilen Konfliktbearbeitung am Beispiel Afghanistan vorstellen. In einer Runde mit den beiden Experten sowie dem Landesvorstandsmitglied der DFG-VK NRW Kai-Uwe Dosch sollen Wege zu einer zivilen Lösung des Afghanistankonflikts diskutiert werden.

Ergebnisse der Tagung auf der Seite des DFG-VK Landesverbandes NRW






Fachtagung "NRW gegen Atomwaffen", am 17. November 2007 in Köln, Bürgerhaus Kalk  
3500 Atomwaffen sind weltweit ständig in Alarmbereitschaft. Durch neue Mini-Nukes der USA aber auch durch immer neue Atomwaffenstaaten (Israel, Indien, Pakistan, Nordkorea) sinkt die Abschreckungsschwelle, sind regionale Atomkriege denkbar. Das Drängen weiterer Staaten zur Atomwaffe wird zum Anlass gefährlicher Kriegsszenarien, so z.B. im Fall Iran. Immer wieder drohen Atommächte mit dem Einsatz der Waffen, z.B. vor kurzem der französische Präsident. Die Pläne für ein US-Raketenabwehrsystem auch in Europa könnten Auslöser eines neuen atomaren Wettrüstens sein. In Deutschland lagern noch 20 US-Atombomben die im Rahmen der sogenannten „Nuklearen Teilhabe“ von deutschen Tornado-Flugzeugen zum Einsatz gebracht werden können.

Um diese Entwicklungen ist eine zunehmende öffentliche Diskussion entstanden. FachtagungDaran haben wir  mit unserer Tagung angeknüpft, die wir
gemeinsam mit dem DFG-VK Landesverband NRW und örtlichen Partnern durchführten. Die Veranstaltung bot zum einen die Möglichkeit, sich über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Atomwaffen zu informieren. Zum anderen haben wir gemeinsam über mögliche Wege eines verstärkten Engagements von Kommunen, Bürgern, Gruppen und Organisationen in NRW für die Beseitigung von Atomwaffen diskutiert. Dabei wollen wir auch das Wirken der „mayors for peace“ unterstützen. Als kompetente Referentin haben wir Xanthe Hall gewinnen können, Abrüstungskoordinatorin der IPPNW. In einer Podiumsdikussion nahmen außerdem Frieder Wolf (Büro für Internationale Angelegenheiten der Stadt Köln), Xanthe Hall und Felix Oekentorp (DFG-VK NRW) Stellung zu der Frage, wie in NRW das Engagement gegen Atomwaffen verstärkt werden kann. 

Hier die Dokumentation der Tagung als pdf-Datei.  
Hier ein fotografischer Rückblick auf die Tagung.

Mehr Informationen zum Thema auch auf der Homepage der
DFG-VK Nordrhein-Westfalen.


Ergebnisse unserer vorherigen Fachtagung



Lebenserinnerungen eines Antimilitaristen: "Glück im Gegenwind" von Alfons Kaufmann

BuchtitelAlfons Kaufmann blies oft der Wind ins Gesicht. Krieg. Gefangenschaft. Suche nach einer neuen Heimat. Und dann gleich ins Visier der Adenauer-Justiz. Dennoch hat Kaufmann seiner Lebensgeschichte den Titel gegeben: „Glück im Gegenwind“.

Was ursprünglich als eine biographische Erzählung für die Enkel gedacht war, ist ein Geschichtsbuch und politisches Dokument geworden.

Alfons Kaufmann stellt in seinen Erinnerungen sein Erleben im Zweiten Weltkrieg und in der Zeit der Wiederaufrüstung der Bundesrepublik Deutschland in den Mittelpunkt. Die Kaufmann-Biografie ist jedoch mehr. Der Autor zeichnet mit seiner Lebens­geschichte ein sehr präzises Deutschland-Bild, das die Erfahrungen und Gefühle vieler Menschen widerspiegelt, die nach dem Ersten Weltkrieg in den  damaligen Ostgebieten des Landes aufgewachsen sind und sich in der Folge des kriegerischen Hitler-Regimes ein neues Zuhause in anderen, westlichen Teilen des Landes suchen mussten.

Die Erinnerungen an das Morden im Zweiten Weltkrieg sind weitgehend verblasst, die  weltweiten Bundeswehr­einsätze in der heutigen Zeit werden abstrakt wahrgenommen. Da werden Zeitzeugenberichte wie die Biografie von Alfons Kaufmann zur Pflichtlektüre nicht nur für junge Menschen.

erschienen beim DFG-VK Bildungswerk NRW

185 Seiten, A5 Format, Paperback
ISBN: 3-931729-24-9

8,50 Euro

zu beziehen über unsere Geschäftsstelle (siehe Kontakt)

Fachtagung "Zivile Außenpolitik gestern und heute", 16. Oktober 2005 , Dortmund
Krisenprävention und Zivile Konfliktbearbeitung sind seit den 90er Jahren viel diskutierte Alternativen der Friedensbewegung und Friedensforschung zum zunehmenden militärischen Eingreifen in Konflikte. Inzwischen hat die Bundesregierung einen Aktionsplan zur Zivilen Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung aufgestellt. Das ist neu für eine Bundesregierung. Das begrüßen wir. Doch gilt es, den Aktionsplan in seiner Ausrichtung kritisch zu analysieren. Auch stellt sich die Frage nach dem Stand der Umsetzung. Gute Worte sind uns zu wenig! Wir wollen die Politik drängen, dem Plan Taten folgen zu lassen.
Die Deutsche Friedensgesellschaft möchte auf dieser Tagung den wenig bekannten Aktionsplan öffentlich diskutieren. Anlass bietet uns der 100. Jahrestag der Verleihung des Friedensnobelpreises an Bertha von Suttner. Die bekannte Pazifistin setzte sich bereits vor über hundert Jahren für eine Zivilisierung der Beziehung zwischen den Staaten ein. Referenten aus dem Bereich der Friedensforschung, der praktischen Arbeit mit Friedensfachkräften und der Friedensbewegung werden Hintergründe aufzeigen und Möglichkeiten zur Diskussion geben. 
 

Referate:
Prof. Dr. Knut Krusewitz: "Herausforderungen an eine friedensfördernde Außenpolitik";
Holger Schmidt, Geschäftsführer DFG-VK NRW: "Bertha von Suttner und die Abschaffung des Krieges durch die Macht des Rechts"
Joachim Schramm, DFG-VK NRW: "Pazifistische Außenpolitik - eine Diskussionsanregung"
Christamaria Weber, Geschäftsführerin pax christi:  "Zivile und militärische Konfliktbearbeitung - Harmonie oder Konflikt?"

Prof. Dr. Lothar Brock, Hessische Stiftung für Friedens-und Konfliktforschung:  (Prof Brock war aus gesundheitlichen Gründen leider verhindert. Wir verweisen auf seinen Artikel "Vom erweiterten Sicherheitsbegriff zur globalen Konfliktintervention" in der Zeitschrift "Wissenschaft und Frieden"


Broschüre "Pazifistische Politik heute"
Pazifistische Politik ist eine Politik, die auf das Machtmittel der millitärischen Gewalt verzichtet. Dass sie damit aber nicht eine Politik der Ohnmacht sein muß, haben wir versucht, in verschiedenen Beispielen, Überlegungen und Vorschlägen, zu demonstrieren. Politik hat immer eine doppelte Aufgabe: Planung und Durchsetzung. Wir können hier nur Überlegungen zur Planung vorlegen, d. h. Einschätzungen zu versuchen und Schlußfolgerungen zu ziehen. Dabei sind auch Gedanken zur Durchsetzung enthalten. Die eigentliche Praxis der Durchsetzung pazifistischer Politik ist aber - und das wird bei diesen Ausführungen sehr klar - nur in der Zusammenarbeit mit sehr vielen anderen gesellschaftlichen Gruppierungen und Organisationen und Institutionen möglich.
Die Broschüre gliedert sich in fünf Kapitel. 1.) Grundzüge pazifistischer Politik: die prinzipielle Ablehnung des Krieges, Betonung der Konfliktprävention und Zivilen Konfliktbearbeitung als Gegenmodell zum militärischen Vorgehen. 2.) Institutionen und Instrumente: die auf staatlicher bzw. überstaatlicher Ebene prinzipiell für eine pazifistische Politik zur Verfügung stehen, kritische Betrachtung, Reformnotwendigkeiten. 3.) Politische Situation im 21. Jahrhundert: Rolle der beiden großen weltpolitischen Akteure, der USA und der EU. 4.) Chancen und Möglichkeiten pazifistischer Politik zur Bearbeitung aktueller Konflikte bzw. zur Zurückweisung interventionistischer Bestrebungen militärischer Großmächte. 5.) Friedensursachen: Blick nach vorn auf Ursachen" für einen dauerhaften Frieden.
DIN A 5, 64 Seiten, Preis 3,- Euro, zu beziehen über unsere Geschäftsstelle (siehe Kontakt)


DVD "Ostermarsch der 90er Jahre"
Statements, Meinung und Eindrücke von Ostermarsch-Aktivisten aus NRW
Themen: Bundeswehr out-of-area, Golfkrieg 1991, Krieg in Jugoslawien, Zivile Konfliktbearbeitung, Atomwaffen abschaffen
zu beziehen über unsere Geschäftsstelle (siehe Kontakt)



 
 





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Unsere Arbeit in 2011

Nach den anspruchsvollen Aktivitäten in 2010 waren unsere Aktivitäten im Folgejahr wie so häufig dann erst einmal etwas eingeschränkt. Starten konnten wir in 2011 unser schon lange geplantes Videoprojekt mit dem Ziel, ein Porträt von Alois Stoff und Christa Clausen zu erstellen, unserem ehemaligen DFG-VK-Landesvorsitzenden und der ehemaligen Landeskassiererin. Beide stehen für Jahrzehnte engagierter friedenspolitischer Arbeit in NRW. Ein Oberhausener Filmemacher konnte für dieses Projekt gewonnen werden, der aus historischen Ostermarschaufnahmen, Interviews mit Alois und Christa sowie Gesprächen mit Weggefährten und heutigen jungen Friedensaktivisten einen Bogen spannt vom antimilitaristischen Arbeit in den 50er Jahren bis heute. Das fertige Porträt soll vor allem junge Leute ansprechen und auch für den Einsatz in Schulen geeignet sein. Wir streben an, es in den nächsten Wochen zu beenden. 

Die gewandelten öffentlichen Begründungen für den Afghanistan-Krieg waren Ausgangs­punkt unserer jährlichen Friedenspolitischen Fachtagung im November in Köln. Lassen das immer offenere Aussprechen der Wahrheit, dass der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr handfeste wirtschaftliche und strategische Gründe hat, einen offensiveren Umgang der Regierung mit neuen Kriegseinsätzen in der Zukunft erwarten? Was wäre dann die richtige Strategie der Friedensbewegung, damit umzugehen? Dr. Jochen Hippler vom Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) in Duisburg und Martin Hantke von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) in Tübingen waren als sachkundige Referenten eingeladen. Leider war Jochen Hippler am Tag der Veranstaltung in einen leichten Verkehrsunfall verwickelt und konnte nicht teilnehmen. Trotzdem brachte die Diskussion mit Martin Hantke viele aktuelle Informationen und Anregungen.

 



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Aktivitäten 2012

Für das neue Jahr sind die ersten Aktivitäten bereits angelaufen. Im Mai findet in Essen die zweite Friedenskultur-Tagung statt, diesmal jedoch nur als eintägige Veranstaltung. Auch der DFG-VK Landesverband und das Bildungswerk sind daran beteiligt. Zwei Jahre nach der NPT-Konferenz in New York und wenige Tage vor der diesjährigen NATO-Konferenz in Chicago werden interessante Referenten aus Politik, Wissenschaft und Friedensbewegung Bilanz ziehen und aktuelle Fragen der Atomrüstung diskutieren. Infos und Anmeldung unter www.friedenskultur2012.de .

Im Herbst wird unsere Reihe von jährlichen Friedenspolitischen Tagungen fortgeführt. Das Thema werden wir in den nächsten Wochen festlegen.  


 



 
 





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Pazifistische Arreit in NRW unterstützen
Es steht also wieder einiges auf unserem Arbeitsplan. Und wie so häufig ist zur Zeit noch unklar, wie all das finanziert werden soll. Daher hoffen wir auch weiterhin auf Deine/Ihre Spende. Neben den regelmäßigen Förderbeiträgen freuen wir uns auch über jede Einzelspende. Vor allem bitten wir unter dem Stichwort "KDV Aktuell" um Unterstützung für die  Durchführung unserer Fachtagung "Aktuelle Entwicklungen bei der Kriegsdienstverweigerung" auf das Konto 001 045 342 bei der Sparkasse Dortmund, BLZ 440 501 99. 

Darüber hinaus gilt wie im letzten Jahr: Wir suchen neue Förderkreismitglieder, zeitlich begrenzt oder auf Dauer! Gerne senden wir ein entsprechendes Beitrittsformular zu. Auch kleine Beträge, auf die wir uns so aber regelmäßig verlassen können, helfen uns. Die Spenden und Förderbeiträge sind steuerlich absetzbar!

Unser aktueller Flyer stellt die Arbeit des Bildungswerkes dar und enthält auch die Hinweise, wie man uns finanziell unterstützen kann. Eine gute Sache also, um Bekannte und Freunde auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, die pazifistische Arbeit der DFG-VK in NRW steuerbegünstigt fördern zu können. Den Flyer kann man in unserer Geschäftsstelle bestellen oder gleich hier runterladen. Flyer



 
 





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Unsere Anschrift lautet:

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Braunschweiger Str. 22
44145 Dortmund
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Fax: 0231/818031
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