DFG-VK Bildungswerk NRW
DFG-VK
Bildungswerk NRW e.V.
F
r i e d
e n :
bewegen
vernetzen
initiieren
bilden
selbst
gestalten
verändern
|
Das DFG-VK Bildungswerk NRW ist die
Bildungseinrichtung der Deutschen
Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) in
NRW.
Gegründet Mitte der 80er Jahre ist ein Ort des Nachdenkens
über
Gewalt, Herrschaft, Patriarchat und Krieg, ein Ort des Infragestellens
des Üblichen und der Diskussion des Neuen, ein Ort der
politischen
Bildung, der persönlichen Weiterentwicklung und der
gesellschaftlichen
Veränderung entstanden.
Aktion bildet, Bildungsarbeit kann aktivieren. Mit unserer Friedens-
und Bildungsarbeit wollen wir Initiativen unterstützen und
eigene
ergreifen: aktuelle Veranstaltungen, konkrete Aktionen,
längerfristige
Projekte, handlungsorientierte Veröffentlichungen.
Unsere Themen orientieren sich an unserer pazifistischen Grundhaltung:
die Ablehnung von Krieg und Rüstung, der Einsatz für
Abrüstung
und zivile Formen der Bearbeitung von zwischen-und innenstaatlichen
Konflikten.
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Aktuelles
Fachtagung "Wozu sind Kriege da?
Die Begründungen des Afghanistankriegs" am 19. November 2011 in
Köln,
Bürgerhaus Kalk
Vor zehn Jahren, im Oktober 2001 begann der Krieg der USA
und ihrer Verbündeten gegen Afghanistan. Begründung
für diesen Angriff waren die Terroranschläge in den
USA vom 11. September des Jahres. Die Köpfe des Anschlages
wurden in Afghanistan vermutet. Der „Krieg gegen den
Terror“ begann. Auch Deutschland unterstützte diesen
Krieg und beteiligte sich dann vor allem am ISAF-Einsatz, der
inzwischen auch Teil der Aufstandsbekämpfung am Hindukusch ist.
Der Krieg in Afghanistan stellt für die deutsche
Außenpolitik eine Wende dar. Zum ersten Mal nach dem II.
Weltkrieges beteiligt sich die Bundeswehr direkt
an Kampfhandlungen am Boden, führt Krieg im klassischen Sinn.
Während dies zu Beginn von Regierungsseite verharmlost und
verschleiert wurde, ist es nun auch die offizielle Sprachregelung, dass
es sich um einen Kriegseinsatz handelt. Damit kommt ein Prozess zu
einem vorläufigen Abschluss, der nach dem Ende des Kalten
Krieges begann.
Es war ein langsamer Wandel vom Einsatz von Sanitätern in
Kambodscha 1993 über den Einsatz von Nachschubeinheiten in
Somalia im gleichen Jahr und die Einsätze auf dem Balkan ab
1995 bis zu der Beteiligung der deutschen Luftwaffe am Kosovokrieg
1999. Als Legitimation für diese
„Auslandseinsätze“ der Armee wurden
humanitäre Gründe angeführt, mit Ausnahme
des Kosovokrieges erfolgten die Einsätze im Rahmen von
UNO-Mandaten. Nach dem gleichen Muster wurde auch der
Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan zunächst als Einsatz zum
Wiederaufbau des Landes und zum Schutz der Menschenrechte bezeichnet.
Doch inzwischen hat sich hier ein Wandel vollzogen. Der damalige
Verteidigungsminister Guttenberg sprach im April 2010 erstmals
öffentlich von Krieg. Im Mai 2010 führte der
ehemalige Bundespräsident Köhler in einem Interview
wirtschaftliche Gründe für Bundeswehr-
Einsätze in die öffentliche Diskussion ein. Der
aktuelle Verteidigungsminister de Maizière bezeichnete im
Mai dieses Jahres den Einsatz der Bundeswehr ausdrücklich als
Mittel der Außenpolitik, welches im nationalen Interesse
eingesetzt werde.
Liegt diesem erkennbaren Wechsel der Begründungen von
„Kampf gegen den Terror“ über
„Menschenrechte für die afghanische
Bevölkerung“ bis zur Bekundung
staatlicher Eigeninteressen ein tatsächlicher Interessenwandel
zugrunde? Oder handelt es sich lediglich um einen Wandel in der
„Verkaufsstrategie“ gegenüber
der deutschen Öffentlichkeit? Lässt sich daraus eine
Entwicklung zum offensiveren Umgang mit der zukünftigen
militärischen Verfolgung staatlicher Interessen
wie Rohstoffsicherung oder der Sicherung strategischer Positionen
ablesen? Könnte die Regierung dabei auf Akzeptanz in der
Bevölkerung rechnen und was wären
dann Ansatzpunkte der Kritik und der Gegenwehr durch die
Friedensbewegung? Diesen Fragen wollen wir in unserer
friedenspolitischen Tagung nachgehen. Dazu
haben wir eingeladen Dr. Jochen Hippler vom Institut für
Entwicklung und Frieden (INEF) in Duisburg und Martin Hantke
(angefragt) von der Informationsstelle
Militarisierung (IMI) in Tübingen.
Hier ein Videomitschnitt des Referats von Martin Handtke
Hier ein Bericht von der Tagung als PDF
Fachtagung "Bundeswehr und Schule", am 13. November 2010 in
Köln,
Bürgerhaus Kalk
Dass die Bundeswehr sich von einer Verteidigungsarmee wandelt in eine
„Armee im Einsatz“, ist Realität und
Normalität
geworden. Einsatz heißt natürlich nichts anders als
internationale militärische Intervention aus politischen und
ökonomischen Interessen, vulgo Krieg. Dass die Bundeswehr sich
darum von einer Wehrpflicht in eine reine Berufsarmee verwandelt, ist
auch kaum mehr umstritten. Aus der Sicht der Friedensbewegung ist
dieser Wandel natürlich abzulehnen. Doch auch aus der Sicht
der
Armee selbst hat er einen wichtigen negativen Aspekt: Er führt
zu
größeren Problemen bei der Rekrutierung.
Die Wehrpflicht ist bzw. war einer der wichtigsten Gründe
für
die Verpflichtung von Zeitsoldaten, die dann zwar länger
dienen
mussten, doch dabei deutlich besser verdienen konnten. Dieser
„Anreiz“ muss künftig durch andere ersetzt
werden.
Um diese Ziele umzusetzen, richtet sich die Bundeswehr vorrangig an
zwei Zielgruppen: Arbeitslose und Schüler. Darum arbeitet die
Bundeswehr eng mit Arbeitsagenturen zusammen, wo sie mehr oder weniger
Druck ausübt, dass ein Job als Soldat noch immer besser ist
als
gar keiner.
Darum will die Bundeswehr auch enger mit Schulen zusammenarbeiten. Denn
wie erreicht man künftige mögliche Soldaten, also
alle jungen
Männer und Frauen unter 18 Jahren, besser als als
Schüler?
Und wen kann man besser beindrucken und beeinflussen als
Schüler?
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel sind
Rahmenvereinbarungen zwischen Landesregierungen und Bundeswehr.
Nordrhein-Westfalen war das erste, doch nicht das letzte Bundesland, in
dem Schulministerium und Wehrbereichskommando eine solche Vereinbarung
über die bessere zukünftige Zusammenarbeit
beschlossen haben.
Dieses umfasst den Zugang der Bundeswehr zur LehrerInnen-Aus- und
Weiterbildung und zum Schul-Unterricht sowie den Zugang der
SchülerInnen zu Bundeswehr-Standorten. Militärs
bestimmen als
Referenten, Diskutanten oder gar Moderatoren die
(sicherheits-)politische Bildung mit und beeinflussen damit implizit,
wenn nicht explizit die Berufsorientierung von Jugendlichen.
Weitere Kooperationsvereinbarungen mit den Bildungsministerien im
Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern
folgten.
Nur in Bremen ist ein Abkommen abgelehnt worden. In
Mecklenburg-Vorpommern ist es so strittig, dass seine Unterzeichnung
verschoben worden ist. Zwei wichtige Elemente dieser Kooperationen sind
die von Jugendoffizieren geleiteten mehrtägigen Rollenspiele
„Politik und Internationale Sicherheit“ sowie die
vom
Verteidigungsministerium mitbearbeiteten
kostenlosen Unterrichtsmaterialien „Frieden und
Sicherheit“.
Es ist nicht strittig in der Friedensbewegung, dass dem Widerstand
entgegengesetzt werden muss. Strittig ist aber, ob dies eher durch den
Kampf für die Rücknahme der gegenwärtigen
Bundeswehr-Kooperationsvereinbarungen oder für die Aufnahme
einer zukünftigen
Friedensbewegungs-Kooperationsvereinbarung
geschehen soll. Dies wird Thema der Fachtagung sein. Dafür
haben
wir die Referenten Stephan
Möhrle, der bis vor kurzem Schüler in
Freiburg war, und Guido
Schönian, der seit kurzem Lehrer in Köln
ist, eingeladen.
Hier der Flyer zur Tagung
Fachtagung "Krieg und
Verweigerung", am 22. November 2009 in Köln,
Bürgerhaus Kalk
Über
50 Jahre
Kriegsdienstverweigerung – doch noch nie stand die Bundeswehr
so
fest in Kriegseinsätzen wie heute. Es ist sogar
möglich, dass
die Bundesregierung die Zahl der deutschen Soldaten und Soldatinnen in
Afghanistan auf 8.000 verdoppelt. Was bedeutet das für die
Kriegsdienstverweigerung? Welchen Stellenwert bekommt die
Befehlsverweigerung? Eine stabile Mehrheit der Deutschen ist zwar
für eine Beendigung des Afghanistan-Einsatzes, eine
Bereitschaft
zu aktivem Handeln gegen diesen Krieg ist aber nicht
auffällig.
Auch viele Kriegsdienstverweigerer (jedes Jahr kommen um die 150.000
hinzu) fühlen sich bisher nicht zu gesellschaftlichem
Engagement
aufgerufen. Sie scheinen mehrheitlich keinen Zusammenhang zwischen
ihrer persönlichen Entscheidung und Afghanistan zu sehen,
obwohl
der Krieg dort auch in ihrem Namen, mit ihrer Unterstützung
(z. B.
mit ihren Steuergeldern) stattfindet.

Erst ganz
allmählich
macht sich die zerstörende Bilanz des Afghanistan-Einsatzes
bei
denen bemerkbar, die diese verfehlte Politik umsetzen sollen: bei den Wehrpflichtigen und Soldaten. In
der
Beratung von ungedienten und dienenden Wehrpflichtigen, die den
Kriegsdienst verweigern wollen, schwingt immer stärker die Sorge vor einem Einsatz im
Ausland mit, auch wenn dies bisher für Wehrpflichtige nur auf
freiwilliger Basis möglich ist.
Auch bei einigen aktiven
Soldaten,
die in eine „Verteidigungsarmee“ eingetreten sind
und sich
jetzt in einer „Einsatzarmee“ wiederfinden,
äußert sich dieser Wandel. So hat unter anderem
Hauptfeldwebel Christiane Ernst-Zettel in Afghanistan den Befehl
verweigert, ihre Rot-Kreuz-Binde als Sanitätsunteroffizier
abzulegen und bewaffnet Soldatenaufgaben zu übernehmen. Gerade
im
militärmedizinischen Bereich wächst der Zweifel an
der
Vereinbarkeit des medizinischen Ethos mit der realen
Kriegsführung. Einen Schritt weiter gehen US-amerikanische
Soldaten, die in Deutschland stationiert sind und von hier zu den
Kriegsschauplätzen verlegt werden. Eine nicht unerhebliche
Zahl
verweigert den weiteren Dienst, desertiert sogar. Einer von
ihnen,André Shepherd, hat nun als Deserteur um politisches
Asyl
in der Bundesrepublik ersucht und stellt die deutsche Justiz und
Regierung vor die brisante Aufgabe, sich zu dem Krieg im Irak rechtlich
und politisch eindeutig zu verhalten.
Die
persönlichen
Entscheidungen eines André Sheperds, eines Chris Capps,
einer
Christiane Ernst-Zettel, eines Florian Pfaffs und anderer haben
Aufsehen erregt. Sie stellen jeden/jede Einzelne/n vor die Frage: Wie
halte ich es mit dem Ja oder Nein zum Krieg? Wie stehe ich als
Bürger/in dieser Bundesrepublik Deutschland dazu, dass in
meinem
Namen Zivilisten, Frauen und Kinder getötet werden? Und:
Welche
Konsequenzen ergeben sich für den Umgang mit dem Thema
Kriegsdienst- und Befehlsverweigerung? Die Auslandseinsätze
stellen jeden Kriegsdienstverweigerer vor die Frage, ob es mit seinem
Nein zum Dienst bei der Bundeswehr getan ist. Lässt sich
über
die notwendige Solidaritätsarbeit mit den Verweigerern mehr
bewirken, besonders in rechtlicher Hinsicht (Asylrecht,
Völkerrecht...)? Wie weit kann ihr Handeln als beispielgebend
herausgearbeitet werden? Wird die Kriegsdienstverweigerung wieder
politischer und
verbindet sich mit der
gesellschaftlichen Diskussion um die ethische und politische
Legitimität z. B. des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr?
Ist es
legitim,
aktive Soldaten und
Soldatinnen
aufzurufen, den Einsatz in Afghanistan zu verweigern? Und: Welche Rolle
spielt die Gegenwehr, wenn die Bundeswehr in Arbeitsämtern um
Berufssoldaten wirbt?
Darauf
suchten wir in unserer Fachtagung „Krieg und
Verweigerung“ Antworten. Wir hatten dazu eingeladen:
- den US-amerikanischen Deserteur
Chris Capps, der über seine Erfahrungen im
Irak-Krieg und
über seine Arbeit bei den „Irakkrieg-Veteranen gegen
den
Krieg“ berichten wird;
- den Bundeswehr-Soldaten Christian
Neumann, der im Kosovo und in Afghanistan war; er ist
heute Mitglied
des „Darmstädter Signals“ und engagiert
sich gegen die
Auslandseinsätze der Bundeswehr;
- Rechtsanwalt Michael Hofferbert,
der seit vielen Jahren Kriegsdienstverweigerer, darunter auch viele
Berufssoldaten, vertritt. (Leider war Herr Hofferbert kurzfristig
verhindert, sodaß der DFG-VK Landessprecher Kai-Uwe Dosch das
Podium ergänzte)
Hier der Bericht über die Tagung.....
Auf einen
klugen Kopf passt kein Stahlhelm - Festschrift zum 75.
Geburtstag von Willi Hoffmeister
Geboren im Jahr der faschistischen Machtergreifung, vor der die
tausendmal wiederholte zentrale Aussage „Wer Hitler
wählt,
wählt den Krieg“ gewarnt hatte, war sein Leben
geprägt
von der Menschheitsfrage „Krieg oder Frieden“, die
nach dem
6. und 9. August 1945 auch zur Auseinandersetzung um
„Überleben oder Vernichtung“ wurde. In
Willi
Hoffmeisters Leben hat sich das Ringen um den Frieden im umfassenden
Sinne widergespiegelt: Frieden beinhaltete für ihn auch immer
Gerechtigkeit, für die Menschen im eigenen Land und weltweit.
Er
war im positivsten Sinne geprägt von der internationalen
Solidarität der Arbeiterbewegung, die immer auch das Ringen um
Frieden und Abrüstung einschloss.
Die gespaltene Arbeiterbewegung und die Schwäche/
Zersplittertheit
der demokratischen und antifaschistischen Kräfte vor 1933
haben
aber noch einen zentralen Gedanken von Willi Hoffmeisters Engagement
geprägt: Die Notwendigkeit einer umfassenden und
„breiten“ Bündnispolitik. Es
war seine
tiefe Überzeugung, dass der Frieden über alle
politischen und
ideologischen Grenzen hinweg, nur gemeinsam erreicht und gesichert
werden kann. Zu
stark waren und sind die Kräfte des Rüstens und des
Krieges. Diese Überzeugung spiegelt sich vor allem in Willi
Hoffmeisters langjährigen
Engagement für den Ostermarsch Rhein/Ruhr wieder, in dem er
immer
wieder bemüht war, unterschiedliche Gruppierungen an einen
Tisch
zu bekommen und zu gemeinsamen Aktivitäten zu bewegen.
So ist diese Festschrift eine
Zusammenstellung von Aussagen zu aktuellen friedenspolitischen Themen
aus ganz unterschiedlichen politischen Blickwinkeln. Freunde und
Weggefährten haben ihre Beiträge geleistet. Diese
Bandbreite
und die Tatsache, dass sich darin auch das
vielfältige Engagement
einer einzelnen Person widerspiegelt, machen dieses Buch besonders
lesenswert.
erschienen beim DFG-VK
Bildungswerk NRW
Beiträge
von:
Leo Kowald, Reiner Braun, Heinz
Stehr, Andreas Buro, Bärbel
Schindler-Saefkow,
Felix Oekentorp, Bernd Hahnfeld, Clemens
Ronnefeldt, Marco Bülow,
Joachim Schramm, Lühr Henken, Ulla
Jelpke, Horst Schmitthenner, Paul Schäfer
Beiträge gesammelt und zusammengestellt von
Hannelore Tölke und
Felix Oekentorp
117 Seiten, A5 Format,
Paperback
7,50 Euro
Fachtagung "Afghanistan und
Zivile Konfliktbearbeitung", am 16. November 2008 in Köln,
Bürgerhaus Kalk
Ein
getöteter
deutscher Soldat, drei durch deutsche Soldaten getötete Frauen
und
Kinder: Im August dieses Jahres wurde der Öffentlichkeit die
Sinnlosigkeit und Ausweglosigkeit des militärischen
Engagements
Deutschlands in Afghanistan drastisch vor Augen geführt. Der
Krieg
im Land am Hindukusch weitet sich immer mehr aus. Auch die deutsche
Regierung gibt zu, dass die Sicherheitslage am Hindukusch sich weiter
verschlechtert habe. Die Friedensbewegung fordert – nicht
erst
seit diesen Ereignissen – eine rein Zivile
Konfliktbearbeitung
für Afghanistan.
Die
Bundesregierung und andere
Befürworter des kriegerischen Vorgehens in Afghanistan
argumentieren, dass Wiederaufbau und Hilfe für die
Bevölkerung nur unter militärischem Schutz
möglich sei.
Doch spätestens seitdem auch die Bundeswehr immer
häufiger
Ziel von Anschlägen wird, weisen entwicklungspolitische
Gruppen
darauf hin, dass sie mit den Militärs und deren
Kriegshandlungen
gleichgesetzt werden und so gerade steigenden Gefahren ausgesetzt
seien. Für sie steht der humanitäre Aspekt, die
neutrale
Hilfe für die Menschen vor Ort im Vordergrund. In
diesen
Organisationen und in der Friedensbewegung sehen viele Menschen diese
prinzipiell positiven Projekte durch die Ausweitung des Krieges
gefährdet. Doch können viele sich die
Fortführung der
Projekte nach einem Abzug der westlichen Truppen auch nicht vorstellen,
da sie einen dann folgenden Bürgerkrieg mit ebenfalls
schlimmen
Folgen für das Land befürchten. Kann hier die Zivile
Konfliktbearbeitung Alternativen aufzeigen und den Weg aus der
Sackgasse zeigen? Friedensorganisationen fordern nicht nur für
den
Afghanistan-Konflikt „Vorrang für Zivil“
und haben
eine gleichnamige Kampagne gestartet. Mit unserer Tagung wollen wir
über die Situation der Entwicklungshilfe und zivilen
Friedensförderung in Afghanistan informieren, die Probleme
durch
den Kriegseinsatz der Bundeswehr aufzeigen und über
alternative
Möglichkeiten einer Friedenslösung für
Afghanistan sprechen.
Herbert Sahlmann,
ehemaliger Entwicklungsbeauftragter des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für
Nord-Afghanistan, informiert über die Situation in
Afghanistan. Prof. Dr.
Andreas Buro,
eine der prominenten Persönlichkeiten der Friedensbewegung und
diesjähriger Preisträger des Aachener
Friedenspreises, wird
Ansätze und Möglichkeiten der Zivilen
Konfliktbearbeitung am
Beispiel Afghanistan vorstellen. In einer Runde mit den beiden Experten
sowie dem Landesvorstandsmitglied der DFG-VK NRW Kai-Uwe Dosch sollen
Wege zu einer zivilen Lösung des Afghanistankonflikts
diskutiert werden.
Ergebnisse
der Tagung auf der Seite des DFG-VK
Landesverbandes NRW
Fachtagung "NRW gegen Atomwaffen", am 17. November 2007 in
Köln,
Bürgerhaus Kalk
3500
Atomwaffen sind weltweit ständig in Alarmbereitschaft. Durch
neue Mini-Nukes der USA aber auch durch immer neue Atomwaffenstaaten
(Israel,
Indien, Pakistan, Nordkorea) sinkt die Abschreckungsschwelle, sind
regionale
Atomkriege denkbar. Das Drängen weiterer Staaten zur Atomwaffe
wird zum Anlass
gefährlicher Kriegsszenarien, so z.B. im Fall Iran. Immer
wieder drohen
Atommächte mit dem Einsatz der Waffen, z.B. vor kurzem der
französische
Präsident. Die Pläne für ein
US-Raketenabwehrsystem auch in Europa könnten
Auslöser eines neuen atomaren Wettrüstens sein. In
Deutschland lagern noch 20
US-Atombomben die im
Rahmen der sogenannten „Nuklearen Teilhabe“ von
deutschen Tornado-Flugzeugen
zum Einsatz gebracht werden können.
Um diese Entwicklungen ist eine zunehmende öffentliche
Diskussion
entstanden.
Daran
haben wir mit unserer Tagung
angeknüpft, die wir
gemeinsam mit dem DFG-VK Landesverband NRW und örtlichen
Partnern
durchführten. Die Veranstaltung bot zum einen die
Möglichkeit, sich über die aktuellen Entwicklungen im
Bereich Atomwaffen zu informieren. Zum anderen haben wir gemeinsam
über
mögliche Wege eines verstärkten Engagements von
Kommunen, Bürgern, Gruppen und
Organisationen in NRW für die Beseitigung von Atomwaffen
diskutiert. Dabei wollen wir auch das
Wirken der
„mayors for peace“ unterstützen.
Als kompetente Referentin haben wir Xanthe Hall gewinnen
können,
Abrüstungskoordinatorin der IPPNW. In einer Podiumsdikussion
nahmen außerdem Frieder Wolf (Büro für
Internationale
Angelegenheiten der Stadt Köln), Xanthe Hall und Felix
Oekentorp
(DFG-VK NRW) Stellung zu der Frage, wie in NRW das Engagement gegen
Atomwaffen verstärkt werden kann.
Hier die Dokumentation
der Tagung als pdf-Datei.
Hier ein fotografischer
Rückblick auf die Tagung.
Mehr Informationen zum Thema auch auf der Homepage der DFG-VK
Nordrhein-Westfalen.
Ergebnisse unserer vorherigen Fachtagung
Lebenserinnerungen eines
Antimilitaristen: "Glück im Gegenwind" von Alfons Kaufmann
Alfons Kaufmann blies oft
der Wind ins Gesicht. Krieg. Gefangenschaft. Suche nach einer neuen
Heimat. Und
dann gleich ins Visier der Adenauer-Justiz. Dennoch hat Kaufmann seiner
Lebensgeschichte den Titel gegeben: „Glück im
Gegenwind“.
Was
ursprünglich als eine biographische Erzählung
für die Enkel gedacht war, ist
ein Geschichtsbuch und politisches Dokument geworden.
Alfons Kaufmann
stellt in
seinen Erinnerungen sein Erleben im Zweiten Weltkrieg und in der Zeit
der
Wiederaufrüstung der Bundesrepublik Deutschland in den
Mittelpunkt. Die
Kaufmann-Biografie ist jedoch mehr. Der Autor zeichnet mit seiner
Lebensgeschichte
ein sehr präzises Deutschland-Bild, das die Erfahrungen und
Gefühle vieler
Menschen widerspiegelt, die nach dem Ersten Weltkrieg in den damaligen Ostgebieten des
Landes
aufgewachsen sind und sich in der Folge des kriegerischen
Hitler-Regimes ein
neues Zuhause in anderen, westlichen Teilen des Landes suchen mussten.
Die Erinnerungen an
das Morden im Zweiten Weltkrieg sind weitgehend
verblasst, die weltweiten
Bundeswehreinsätze
in der heutigen Zeit werden abstrakt wahrgenommen. Da werden
Zeitzeugenberichte
wie die Biografie von Alfons Kaufmann zur Pflichtlektüre nicht
nur für junge
Menschen.
erschienen beim DFG-VK
Bildungswerk NRW
185 Seiten, A5 Format,
Paperback
ISBN: 3-931729-24-9
8,50 Euro
Fachtagung "Zivile Außenpolitik gestern und
heute", 16. Oktober 2005 ,
Dortmund
Krisenprävention und Zivile Konfliktbearbeitung sind seit den
90er Jahren viel diskutierte Alternativen der Friedensbewegung und
Friedensforschung
zum zunehmenden militärischen Eingreifen in Konflikte.
Inzwischen
hat die Bundesregierung einen Aktionsplan zur Zivilen
Krisenprävention,
Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung aufgestellt. Das ist
neu
für eine Bundesregierung. Das begrüßen wir.
Doch gilt es,
den Aktionsplan in seiner Ausrichtung kritisch zu analysieren. Auch
stellt
sich die Frage nach dem Stand der Umsetzung. Gute Worte sind uns zu
wenig!
Wir wollen die Politik drängen, dem Plan Taten folgen zu
lassen.
Die Deutsche Friedensgesellschaft möchte auf dieser Tagung den
wenig bekannten Aktionsplan öffentlich diskutieren. Anlass
bietet
uns der 100. Jahrestag der Verleihung des Friedensnobelpreises an
Bertha
von Suttner. Die bekannte Pazifistin setzte sich bereits vor
über
hundert Jahren für eine Zivilisierung der Beziehung zwischen
den Staaten
ein. Referenten aus dem Bereich der Friedensforschung, der praktischen
Arbeit mit Friedensfachkräften und der Friedensbewegung werden
Hintergründe
aufzeigen und Möglichkeiten zur Diskussion geben.
Referate:
Prof. Dr. Knut Krusewitz: "Herausforderungen
an eine friedensfördernde Außenpolitik";
Holger Schmidt, Geschäftsführer DFG-VK NRW:
"Bertha
von Suttner und die Abschaffung des Krieges durch die Macht des Rechts"
Joachim Schramm, DFG-VK NRW: "Pazifistische
Außenpolitik - eine Diskussionsanregung"
Christamaria Weber,
Geschäftsführerin pax
christi: "Zivile
und militärische Konfliktbearbeitung - Harmonie
oder Konflikt?"
Prof. Dr. Lothar Brock, Hessische Stiftung für
Friedens-und
Konfliktforschung: (Prof Brock war aus
gesundheitlichen Gründen leider verhindert. Wir verweisen auf
seinen Artikel "Vom
erweiterten Sicherheitsbegriff zur globalen Konfliktintervention"
in der Zeitschrift "Wissenschaft und Frieden"
Broschüre
"Pazifistische Politik heute"
Pazifistische Politik ist eine Politik, die auf das Machtmittel der
millitärischen Gewalt verzichtet. Dass sie damit aber nicht
eine Politik
der Ohnmacht sein muß, haben wir versucht, in verschiedenen
Beispielen,
Überlegungen und Vorschlägen, zu demonstrieren.
Politik hat immer
eine doppelte Aufgabe: Planung und Durchsetzung. Wir können
hier nur
Überlegungen zur Planung vorlegen, d. h.
Einschätzungen zu versuchen
und Schlußfolgerungen zu ziehen. Dabei sind auch Gedanken zur
Durchsetzung
enthalten. Die eigentliche Praxis der Durchsetzung pazifistischer
Politik
ist aber - und das wird bei diesen Ausführungen sehr klar -
nur in
der Zusammenarbeit mit sehr vielen anderen gesellschaftlichen
Gruppierungen
und Organisationen und Institutionen möglich.
Die Broschüre gliedert sich in fünf Kapitel. 1.)
Grundzüge
pazifistischer Politik: die prinzipielle Ablehnung des Krieges,
Betonung
der Konfliktprävention und Zivilen Konfliktbearbeitung als
Gegenmodell
zum militärischen Vorgehen. 2.) Institutionen und
Instrumente:
die auf staatlicher bzw. überstaatlicher Ebene prinzipiell
für
eine pazifistische Politik zur Verfügung stehen, kritische
Betrachtung,
Reformnotwendigkeiten. 3.) Politische Situation im 21.
Jahrhundert:
Rolle der beiden großen weltpolitischen Akteure, der USA und
der
EU. 4.) Chancen und Möglichkeiten
pazifistischer Politik zur
Bearbeitung aktueller Konflikte bzw. zur Zurückweisung
interventionistischer
Bestrebungen militärischer Großmächte. 5.)
Friedensursachen:
Blick nach vorn auf Ursachen" für einen dauerhaften Frieden.
DIN A 5, 64 Seiten, Preis 3,- Euro, zu beziehen über
unsere
Geschäftsstelle (siehe
Kontakt)
DVD "Ostermarsch der 90er Jahre"
Statements, Meinung und Eindrücke von Ostermarsch-Aktivisten
aus
NRW
Themen: Bundeswehr out-of-area, Golfkrieg 1991, Krieg in Jugoslawien,
Zivile Konfliktbearbeitung, Atomwaffen abschaffen
zu beziehen über unsere Geschäftsstelle (siehe
Kontakt)
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Unsere Arbeit in 2011
Nach
den
anspruchsvollen Aktivitäten in 2010 waren unsere
Aktivitäten im Folgejahr wie
so häufig dann erst einmal etwas eingeschränkt.
Starten konnten wir in 2011
unser schon lange geplantes Videoprojekt
mit dem Ziel, ein Porträt von Alois Stoff und Christa Clausen
zu erstellen,
unserem ehemaligen DFG-VK-Landesvorsitzenden und der ehemaligen
Landeskassiererin. Beide stehen für Jahrzehnte engagierter
friedenspolitischer
Arbeit in NRW. Ein Oberhausener Filmemacher konnte für dieses
Projekt gewonnen
werden, der aus historischen Ostermarschaufnahmen, Interviews mit Alois
und
Christa sowie Gesprächen mit Weggefährten und
heutigen jungen
Friedensaktivisten einen Bogen spannt vom antimilitaristischen Arbeit
in den
50er Jahren bis heute. Das fertige Porträt soll vor allem
junge Leute
ansprechen und auch für den Einsatz in Schulen geeignet sein.
Wir streben an,
es in den nächsten Wochen zu beenden.
Die
gewandelten
öffentlichen Begründungen für den
Afghanistan-Krieg waren Ausgangspunkt unserer
jährlichen Friedenspolitischen
Fachtagung im
November in Köln. Lassen
das immer offenere Aussprechen der Wahrheit, dass der
Afghanistaneinsatz der
Bundeswehr handfeste wirtschaftliche und strategische Gründe
hat, einen
offensiveren Umgang der Regierung mit neuen Kriegseinsätzen in
der Zukunft
erwarten? Was wäre dann die richtige Strategie der
Friedensbewegung, damit
umzugehen? Dr.
Jochen Hippler vom Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)
in Duisburg und
Martin Hantke von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) in
Tübingen
waren als sachkundige Referenten eingeladen. Leider war Jochen Hippler
am Tag
der Veranstaltung in einen leichten Verkehrsunfall verwickelt und
konnte nicht
teilnehmen. Trotzdem brachte die Diskussion mit Martin Hantke viele
aktuelle
Informationen und Anregungen.
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Aktivitäten 2012
Für das neue
Jahr sind die ersten Aktivitäten bereits angelaufen. Im Mai findet in Essen die
zweite Friedenskultur-Tagung statt,
diesmal jedoch nur als eintägige Veranstaltung. Auch der DFG-VK Landesverband
und das Bildungswerk sind daran beteiligt. Zwei Jahre nach der NPT-Konferenz in
New York und wenige Tage vor der diesjährigen NATO-Konferenz in Chicago werden
interessante Referenten aus Politik, Wissenschaft und Friedensbewegung Bilanz
ziehen und aktuelle Fragen der Atomrüstung diskutieren. Infos und Anmeldung
unter www.friedenskultur2012.de .
Im Herbst wird
unsere Reihe von jährlichen Friedenspolitischen Tagungen fortgeführt. Das
Thema werden wir in den nächsten Wochen festlegen.
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Pazifistische Arreit in NRW unterstützen
Es steht also wieder einiges auf unserem Arbeitsplan. Und wie so
häufig
ist zur Zeit noch unklar, wie all das finanziert werden soll. Daher
hoffen
wir auch weiterhin auf Deine/Ihre Spende. Neben den
regelmäßigen
Förderbeiträgen freuen wir uns auch über
jede Einzelspende.
Vor allem bitten wir unter dem Stichwort "KDV Aktuell" um
Unterstützung für
die Durchführung unserer Fachtagung "Aktuelle Entwicklungen bei
der
Kriegsdienstverweigerung"
auf das Konto 001 045 342 bei der Sparkasse Dortmund, BLZ 440
501
99.
Darüber hinaus gilt wie im letzten Jahr: Wir suchen
neue
Förderkreismitglieder,
zeitlich begrenzt oder auf Dauer! Gerne senden wir ein entsprechendes
Beitrittsformular
zu. Auch kleine Beträge, auf die wir uns so aber
regelmäßig
verlassen können, helfen uns. Die Spenden und
Förderbeiträge
sind steuerlich absetzbar!
Unser aktueller Flyer stellt die Arbeit des Bildungswerkes dar
und
enthält auch die Hinweise, wie man uns finanziell
unterstützen kann. Eine gute Sache also, um Bekannte und
Freunde
auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, die pazifistische
Arbeit
der DFG-VK in NRW steuerbegünstigt fördern
zu
können. Den Flyer kann man in unserer Geschäftsstelle
bestellen oder gleich hier runterladen. Flyer
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Unsere
Anschrift lautet:
DFG-VK
Bildungswerk NRW e.V.
Braunschweiger Str. 22
44145 Dortmund
Tel.: 0231/818032
Fax: 0231/818031
e-mail: DFG-VK_Bildungswerk_NRW@t-online.de
Unsere
Bankverbindung:
DFG-VK
Bildungswerk NRW e.V.
Sparkasse Dortmund
Kto.-Nr. 001059181
BLZ: 4405019